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Frittenbude im Interview

Alien mit Indianerschmuck

<img src="fileadmin/volume/articles/redaktionsbilder/VOLUME__52/fritten1.jpg" height="224" width="580" alt="" /> <p class="interview-question">Ihr habt am 21. August euer neues Album "Küken des Orion" veröffentlicht und am gleichen Datum beim FM4 Frequency Festival vorgespielt. Stellt ihr euch so einen perfekten Tag vor?  </p> <img class="float-right" src="fileadmin/volume/articles/redaktionsbilder/VOLUME__52/fritten3.jpg" height="380" width="380" alt="" /> <strong>Johannes:</strong> Auf jeden Fall! Wir haben zum zweiten Mal das FM4 Frequency Festival beehrt – schon die Premiere war einer unserer schönsten Auftritte überhaupt. Beide Shows waren am frühen Abend an einem richtig sonnigen und heißen Tag. Kaiserwetter! In der Luft lag immer ein süßlicher Geruch… <p class="interview-question">…den Rest können wir uns sehr gut vorstellen! Ihr hattet schon immer sehr witzige Titel für eure Alben, aber was soll das "Küken des Orion" sein? </p> <strong>Johannes:</strong> Das Küken ist in Wahrheit ein Alien mit Indianerschmuck. (lacht) <strong>Martin:</strong> Jakob ist Hobbyastrologe. In einer Nacht, in der wir noch leicht bedudelt von einem Konzert waren, hat er uns mal wieder Sternenbilder gezeigt und das in seiner eigenen Sprache benannt: "Küken des Orion". <strong>Jakob:</strong> Nein, so haben es die anderen nur verstanden. Ich habe Gürtel gesagt. Aber da kann generell jeder reininterpretieren, was er will. <p class="interview-question">"Stürzende Helden" war eure erste Veröffentlichung aus dem neuen Album: Wie habt ihr dieses geniale Video kreiert? </p> <iframe src="https://www.youtube.com/embed/QBSpr4LGLLM" frameborder="0" height="315" width="560"></iframe> <div class="indent"><strong>Johannes:</strong> Die zündende Idee hatte Martin, er ist Fan von "the29nov", die das auch geschnitten haben. Wir haben uns einfach mit ihnen getroffen und ihnen grob gesagt, was wir uns vorstellen – dass es genau wie der Text ein Cut-up werden soll aus verschiedenen Bildern, am besten aus verschiedenen Formaten einfach aus dem Netz rausgesaugt. </div> <strong>Jakob: </strong>Jeder hat sich seine Gedanken zu dem Text gemacht und seine Bildideen dazu notiert. Die Schönsten haben wir dann einfach rausgenommen, dann wurde das Video geschnitten – fertig!  <strong>Johannes:</strong> Beim Schreiben hatte ich bereits andere Bilder im Kopf. Die Jungs haben jedoch ihre Vorschläge abgegeben, da waren teilweise so schöne und gute Sachen dabei, dass ich meine Ideen gar nicht mehr gebraucht habe. Ein paar Überschneidungen waren auch dabei: Für "fächelnde Bübchen" haben beide zum Beispiel Ministranten geschrieben, ich habe auch Ministranten im Kopf gehabt. Sehr lustig! <strong>Jakob:</strong> Man kann sich da wirklich schön austoben und alles reininterpretieren, was einem dazu gerade durch den Kopf geht.  <p class="interview-question">Ihr seid also alle wirklich auf der gleichen Wellenlänge… </p> <strong>Johannes:</strong> Ein bisschen abgestuft ist es schon: Ich habe am wenigsten Humor, Martin am meisten.. (lacht) <p class="interview-question"> Wer waren eure Jugendhelden? </p> <strong>Martin:</strong> Michael Jackson und Lothar Matthäus.  <strong>Johannes:</strong> Feivel, der Mauswanderer! Und aus der Serie, wo die drei Musketiere aus Hunde bestanden: "Dogtanian". <strong>Jakob:</strong> Meiner war Axl Rose, einer meiner ersten Kassetten war "Use Your Illusion". <strong>Johannes:</strong> Unser Song "Stürzende Helden" passt also perfekt – drei von den fünf Helden sind gestürzt. <p class="interview-question"><img class="float-right" style="width: 371px; height: 481px; " src="fileadmin/volume/articles/redaktionsbilder/Christina/_MG_9502.jpg" alt="" />Kann man den Titel "Stürzende Helden" auch gut auf die Ohnmacht umwälzen, wenn es um das Flüchtlingsthema geht? </p> <strong>Martin:</strong> Ja, die Politik bekommt es einfach nicht hin, eine menschen-freundliche Lösung zu finden. Das ist sehr traurig! Also Politiker sind auf jeden Fall keine Helden bzw. wurden sie schon längst gestürzt! <strong>Johannes:</strong> Wenn wir für Deutschland sprechen – wir haben noch so viel Platz! Besonders in Ostdeutschland, da wohnen nahezu 17 Prozent der deutschen Bevölkerung, aber so gut wie kein Ausländer, weil es dort noch keine Asylheime gibt. Also noch genügend Platz! <p class="interview-question">In "Was am Ende bleibt" singt ihr mit Dirk von Lowtzow von Tocotronic über schwindende Liebe. Wie kam es dazu? </p> <strong>Johannes: </strong>Der Song hat nichts mit Liebe zu tun, da geht es um Freundschaft. <p class="interview-question">Aber Freundschaft hat auch mit Liebe zu tun…</p> <strong>Johannes:</strong> Ja, das stimmt! Wir sind Fans von Tocotronic und haben dann ganz schüchtern angeklopft, ob wir nicht einen Song gemeinsam machen könnten. Wir hatten ja zuvor schon einmal einen Remix zu "Abschaffen" produziert, auch zu hören auf dem letzten Album, hatten aber leider persönlich keinen Kontakt. Aber durch einen Freund von uns der mit Jan bei "das Bierbeben" spielt, haben wir den Kontakt dann hergestellt, erst per E-Mail, dann telefoniert und am Ende haben wir uns getroffen. Dirk war zirka vier Stunden bei uns im Studio, dreieinhalb davon haben wir uns unterhalten, eine halbe Stunde gearbeitet – es war ein sehr schöner Tag in unserem Leben!  <iframe src="https://www.youtube.com/embed/Cl4hg7FWzh8" frameborder="0" height="315" width="560"></iframe> <p class="interview-question">Könnt ihr euch vorstellen, noch einmal mit ihm zusammenzuarbeiten?  </p> <strong>Johannes:</strong> Auf jeden Fall! Wir liegen bei sehr vielen Dingen auf einer Wellenlänge.  <p class="interview-question">Habt ihr generell einen Lieblingssong auf eurer neuen Platte? </p> <strong>Jakob:</strong> Ich kann es nicht entscheiden, ob es "Padmé" oder "Was am Ende bleibt" ist. <strong>Martin:</strong> Die letzte Nummer "Michael Jackson hatte Recht". Dieser Song schließt das Album perfekt ab und bringt auch unsere momentane Situation gut rüber. <strong>Johannes: </strong>Bei mir ist es auch "Michael Jackson hatte Recht" und "Endlich unendlich". <img src="fileadmin/volume/articles/redaktionsbilder/VOLUME__52/fritten4.jpg" height="386" width="580" alt="" /> <p class="interview-question">Wie kommt es zu dieser Aufteilung, dass ihr auf der einen Seite sehr sozialkritische Texte habt und dann wieder reine "Partybomben" wie zB.: "Hildegard" veröffentlicht?</p> <strong>Johannes:</strong> Wir haben gerne Spaß am Leben, sind aber auch sehr nachdenklich und manchmal traurig. Da Frittenbude ein großer Teil unseres Lebens ist, kommt auch alles darin vor, was in unseren Leben passiert! Wenn man traurig ist und etwas mal wieder nicht funktioniert, schreibt man darüber einen Song – oder eben halt nach einer geilen Partynacht. Zum Beispiel den Beat zu "Stürzende Helden" hat Martin nach einer Nacht im Bergheim gemacht. "Alles im Staub" ist im Urlaub am Strand entstanden.. <strong>Martin:</strong> Es ist immer geil, wenn man auf einem Album eine ganze Bandbreite an Gefühlen abbilden kann, dann ist es nicht einseitig! <p class="interview-question">Ihr habt einige Zeit damit gehadert, "Bilder mit Katze" live zu spielen. Was war da los? </p> <strong>Johannes:</strong> Wir wurden zu sehr auf diesen Song reduziert und dann mussten wir halt einen Riegel vorschieben! Wir haben diesen Text ganz naiv geschrieben und haben gar nicht bedacht, dass wir die Leute so hart zum Konsum und Kauf dieses T-Shirts aufrufen. Man hätte ja auch sagen können: "Schenkt der Frau einen Kieselstein". Das war auf jeden Fall ein Grund, wieso uns dieses Lied genervt hat. Derzeit spielen wir es auch nicht, aber irgendwann spielen wir es vielleicht wieder, wenn wir Lust darauf haben. <iframe src="https://www.youtube.com/embed/o2swYMpljA8" frameborder="0" height="315" width="560"></iframe> <p class="interview-question">Wo ist eure absolute Lieblingsbühne? Wo raven die Leute am geilsten mit?   </p> <strong>Johannes:</strong> Zum Spielen war früher die "Räucherkammer" im Schlachthof in Wiesbaden ziemlich geil.  <strong>Jakob:</strong> Ja, das war der Hammer! Die hatte so Stangen, wo man sich dranhängen konnte. Also, das heißt, man konnte sich von oben herab baumeln lassen. Klein und Wild!  <strong>Johannes:</strong> Der Ort kann noch so geil sein, aber manchmal zündet es einfach nicht, aber die Räucherkammer war schon ein ganz spezieller Platz, weil sie so klein war und es die Möglichkeit zum Klettern gab! Einer der legendärsten Aftershowpartys hatten wir im Flex in Wien, zusammen mit Bratze und Schwefelgelb. Irgendwann musste der Veranstalter uns zwei Securitys hinstellen dass nicht so viel passiert! (lacht) Wenn man Sex, Drugs and Rock’n’Roll mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll multiplizieren kann, dann war das an diesem Abend!  <p class="interview-question">Im Song "Affentanz" mit der Textstelle "Flex, Flex Flex" geht es natürlich um das Flex in Wien, oder?</p> <strong>Alle drei:</strong> Natürlich!  <p class="interview-question">Ihr spielt zwar das nächste Mal in der Arena Wien – trotzdem freuen wir uns auf die Rückkehr der Frittenbude. Und das mit der Afterparty klappt dort mindestens genau so gut… </p>


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Ihr hattet schon immer sehr witzige Titel für eure Alben, aber was soll das "Küken des Orion" sein? </p>  <strong>Johannes:</strong> Das Küken ist in Wahrheit ein Alien mit Indianerschmuck. (lacht)   <strong>Martin:</strong> Jakob ist Hobbyastrologe. In einer Nacht, in  der wir noch leicht bedudelt von einem Konzert waren, hat er uns mal  wieder Sternenbilder gezeigt und das in seiner  eigenen Sprache benannt: "Küken des Orion".   <strong>Jakob:</strong> Nein, so haben es die anderen nur verstanden. Ich habe Gürtel gesagt. Aber da kann generell jeder reininterpretieren, was er will.  <p class="interview-question">"Stürzende Helden" war eure erste Veröffentlichung aus dem neuen Album: Wie habt ihr dieses geniale Video kreiert? </p>  <iframe src="https://www.youtube.com/embed/QBSpr4LGLLM" frameborder="0" height="315" width="560"></iframe>  <div class="indent"><strong>Johannes:</strong> Die zündende Idee  hatte Martin, er ist Fan von "the29nov", die das auch geschnitten haben. 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Sehr lustig!   <strong>Jakob:</strong> Man kann sich da wirklich schön austoben und alles reininterpretieren, was einem dazu gerade durch den Kopf geht.    <p class="interview-question">Ihr seid also alle wirklich auf der gleichen Wellenlänge... </p>  <strong>Johannes:</strong> Ein bisschen abgestuft ist es schon: Ich habe am wenigsten Humor, Martin am meisten.. (lacht)  <p class="interview-question"> Wer waren eure Jugendhelden? </p>  <strong>Martin:</strong> Michael Jackson und Lothar Matthäus.    <strong>Johannes:</strong> Feivel, der Mauswanderer! 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Besonders in Ostdeutschland, da wohnen  nahezu 17 Prozent der deutschen Bevölkerung, aber so gut wie kein  Ausländer, weil es dort noch keine Asylheime gibt. Also noch genügend  Platz!  <p class="interview-question">In "Was am Ende bleibt" singt ihr mit Dirk von Lowtzow von Tocotronic über schwindende Liebe. Wie kam es dazu? </p>  <strong>Johannes: </strong>Der Song hat nichts mit Liebe zu tun, da geht es um Freundschaft.   <p class="interview-question">Aber Freundschaft hat auch mit Liebe zu tun…</p>  <strong>Johannes:</strong> Ja, das stimmt! Wir sind Fans von  Tocotronic und haben dann ganz schüchtern angeklopft, ob wir nicht einen  Song gemeinsam machen könnten. Wir hatten ja zuvor schon einmal einen  Remix zu "Abschaffen" produziert, auch zu hören auf dem letzten Album,  hatten aber leider persönlich keinen Kontakt. Aber durch einen Freund  von uns der mit Jan bei "das Bierbeben" spielt, haben wir den Kontakt  dann hergestellt, erst per E-Mail, dann telefoniert und am Ende haben wir  uns getroffen. Dirk war zirka vier Stunden bei uns im Studio,  dreieinhalb davon haben wir uns unterhalten, eine halbe Stunde  gearbeitet – es war ein sehr schöner Tag in unserem Leben!   <iframe src="https://www.youtube.com/embed/Cl4hg7FWzh8" frameborder="0" height="315" width="560"></iframe>  <p class="interview-question">Könnt ihr euch vorstellen, noch einmal mit ihm zusammenzuarbeiten?  </p>  <strong>Johannes:</strong> Auf jeden Fall! Wir liegen bei sehr vielen Dingen auf einer Wellenlänge.    <p class="interview-question">Habt ihr generell einen Lieblingssong auf eurer neuen Platte? </p>  <strong>Jakob:</strong> Ich kann es nicht entscheiden, ob es "Padmé" oder "Was am Ende bleibt" ist.  <strong>Martin:</strong> Die letzte Nummer "Michael Jackson hatte Recht".  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"Alles im Staub" ist im  Urlaub am Strand entstanden..   <strong>Martin:</strong> Es ist immer geil, wenn man auf einem Album eine ganze Bandbreite an Gefühlen abbilden kann, dann ist es nicht einseitig!  <p class="interview-question">Ihr habt einige Zeit damit gehadert, "Bilder mit Katze" live zu spielen. Was war da los? </p>  <strong>Johannes:</strong> Wir wurden zu sehr auf diesen Song  reduziert und dann mussten wir halt einen Riegel vorschieben! Wir haben  diesen Text ganz naiv geschrieben und haben gar nicht bedacht, dass wir  die Leute so hart zum Konsum und Kauf dieses T-Shirts aufrufen. Man  hätte ja auch sagen können: "Schenkt der Frau einen Kieselstein". Das  war auf jeden Fall ein Grund, wieso uns dieses Lied genervt hat. 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    [post_excerpt] => Sie wollten die Freiheit der Welt und Straßen aus Zucker! 1000 Jahre musste das Elektropunk-Trio aber nicht warten, bis die Menschheit erkannte: Frittenbude ist Kunst! In knapp zehn Jahren Bandgeschichte schneite es für die Jungs aus Geisenhausen tonnenweise Konfetti und Glitzer in ausverkaufte Konzerthallen, doch dass nicht alles immer Spaß machen muss und kann, wissen die Botschafter des Hedonimus ganz genau. Neben treibenden Bässen und hypnotisierenden Party-Rhythmen sind es nämlich auch ihre kritischen Texte, die Frittenbude in der Generation Z zu Kult machen. VOLUME hat deshalb mit Martin, Johannes und Jakob über stürzende Helden, schwindende Liebe und das neue Sternzeichen „Küken des Orions“ nachgedacht.
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